Bildveröffentlichungen durch die Presse unterstehen grundsätzlich der Einwilligung der abgebildeten Person. Die Ausnahmen orientieren sich maßgeblich am Begriff der „relativen Person der Zeitgeschichte“. Darunter fallen nicht nur Personen im historisch politischen Kontext. Dies ist ausgehend vom Informationsinteresse der Öffentlichkeit zu bestimmen und mittels einzelfallbezogener Abwägung auszufüllen. Die Pressefreiheit einerseits und das Persönlichkeitsrecht der fotografierten Person andererseits sind in Einklang zu bringen. Werden identifizierbare Abbildungen von Personen veröffentlicht, müssen diese erkennbar einen Beitrag zur jeweiligen Berichterstattung leisten, es muss also gerade auf die Identifikation der abgebildeten Person ankommen. Solche Bildveröffentlichungen sind somit nur gerechtfertigt, als sonst der Allgemeinheit Möglichkeiten zur Meinungsbildung vorenthalten würden. Betrifft die Identifizierung der Person gerade keine die Öffentlichkeit berührende Frage, muss das Bild unkenntlich gemacht werden. (OLG Karlsruhe, Urteil vom 08.04.2009 – Az. 6 U 209/07)